Wir waren am 31. März 2026 auf und unterm Deckel ! Es ist ein unglaubliches berührendes Erlebnis zu sehen,dass unsere Vision vom Schutz vor Lärm und die einer geheilten Stadt Wirklichkeit wird. Man kann sich eben "über diesen Beton nur freuen". Fast die gesamte Deckelfläche des Westdeckels ist inzwischen geschlossen, die Einhausungen der Ab- und Zufahrt Bahrenfeld sind gebaut, unter dem Deckel wird überall bereits die komplexe Leittechnik eingebaut, die ersten Strahllüfter hängen unter der Decke.
Dann wird es endlich leiser
Noch ein Jahr lang bleibt die Weströhre der A7 in Altona eine Baustelle
Vor dreißig Jahren schien die Sache für viele Bahrenfelder und Othmarscher gar nicht so kompliziert: Gegen den Verkehrslärm müsste die Autobahn, A7 nördlich des Elbtunnels doch bloß überdeckelt werden. Doch vor allem die Hamburger Politik sträubte sich lange gegen den Vorschlag. Allein schon aus finanziellen Gründen galt die Idee damals als utopisch und die Bürgerinitiative „Ohne Dach ist Krach“ als Ansammlung von Spinnern, die sich ein viel zu großes Projekt in den Kopf gesetzt hatten. Inzwischen hat sich so viel getan, dass im Sommer des nächsten Jahres die sogenannte Weströhre fertig sein und dann den gesamten Verkehr der Autobahnschlucht aufnehmen wird. Erst danach kann die Oströhre gebaut werden. „Auf jeden Fall wird es dann für die Anwohner schon sehr viel leiser“, versprach Karina Fischer, die seit 2014 die gigantische Altonaer Baustelle der DEGES, der Gesellschaft für Fernstraßenausbau in Deutschland, koordiniert hat. Sie hatte am 31. März zu einem Besichtigungstermin eingeladen, den rund zwanzig Männer und Frauen aus der damaligen Bürgerinitiative gern annahmen.
Blaue Helme, Kopfhörer und orangefarbene Westen – so ausstaffiert zogen die mittlerweile auch nicht mehr ganz taufrischen Kämpfer von ehedem auf den riesigen Rohbau-Deckel zwischen Bahrenfeld und Othmarschen, der in einigen Jahren eine über zwei Kilometer lange Parklandschaft tragen soll. Bernt Grabow, der langjährige Sprecher der Deckel-Befürworter, hörte gar nicht mehr auf, übers ganze Gesicht zu strahlen. Aber auch die anderen in der Gruppe waren sichtlich beeindruckt. „Wenn wir wirklich gewusst hätten, wie komplex dieses Vorhaben wird – wir hätten vielleicht gar nicht gewagt, uns dafür einzusetzen“, so die einhellige Überzeugung angesichts der gewaltigen Baumaschinen, Betonblöcke, Lüftungsrohre, Kräne und Beleuchtungsanlagen.
Karina Fischer gab bereitwillig Auskunft auf naheliegende Fragen: Die Oberseite des Autobahndeckels ist deshalb gewellt, weil darunter die Lüftungsanlagen eingebaut werden und die Durchfahrtshöhe an keiner Stelle weniger als 5,15 Meter betragen darf. Der benötigte Beton wird am nördlichen Ende der Baustelle vor Ort gemischt, um unnötige Transportwege einzusparen. Alle 60 Meter gibt es Fluchttüren, falls es zu Katastrophen im Tunnel kommt. Drei Feuerwachen in kurzer Entfernung sind jederzeit kurzfristig einsatzbereit. Und dann erklärte die Projektkoordinatorin auch noch, wie hochkomplex das Zusammenspiel der verschiedenen Versorgungs- und Entsorgungsleitungen, der Signalanlagen, Wegweiser und aktuellen Durchsagemöglichkeiten zur Verkehrslage austariert werden muss. Dass dabei der Digitalisierung und Vernetzung eine Hauptrolle zukommt, versteht sich fast von selbst.
Die Gesamtkosten des Altonaer Deckels schätzen Fachleute auf knapp eine Milliarde Euro, wovon der Bund den Löwenanteil tragen muss. Die Stadt Hamburg wiederum kann ihren Beitrag noch dadurch verringern, dass zum Beispiel Kleingärten auf den Deckel verlegt werden, um städtischen Grund für den Wohnungsbau freizumachen. Zum Kostenpunkt meinte Karina Fischer noch: „Da die A7 auf acht Fahrstreifen verbreitert werden musste, hätten wir nach den gesetzlichen Bestimmungen ohnehin hohe Lärmschutzwände in Bahrenfeld und Othmarschen bauen müssen. Auch das hätte viel Geld gekostet und dabei so hässlich ausgesehen, dass es für die beiden Stadtteile kaum ein Gewinn gewesen wäre.“
Dass die Jahre seit Baubeginn mit all den Umleitungen und Sperrungen für die Nachbarschaft nicht einfach waren, gab Karina Fischer ohne Umschweife zu. Allerdings berichtete sie auch glaubhaft, wie sehr sich alle am Bau Beteiligten bemühten, die Nerven der Anwohner zu schonen. Bevor der Autobahndeckel in ganzer Länge und Breite zugänglich wird, müssen die Bahrenfelder und Othmarscher jedoch noch ein wenig Geduld aufbringen. „Aber“, so Bernt Grabow und seine gesamte Begleitung, „darin sind wir ja geübt!“
Angelika Gardiner
...und so wollen wir die Landschaft auf dem Deckel attraktiver machen
Auf unsere Initiative hat die Bezirksversammlung Altona einen Antrag beschlossen, auf der Deckelfläche besondere Orte der Erinnerung zu schaffen. Das, was hier früher einmal war, soll wieder erkennbar, nachvollziehbar werden. Im Antrag werden dazu viele attraktive Vorschläge gemacht.
...und wie wollen Bürgerbeteiligung für unseren Stadteil
Es ist eine ganz neue Art der Bürgerbeteiligung nötig. Dafür hatten wir einen dezidierten Entwurf gemacht und ihn den Parteien in der Bezirksversammlung vorgeschlagen, der SPD und CDU im persönlichen Gespräch erläutert.
Es geht dabei um eine von Anbeginn an gleichberechtigte Teilnahme von Anwohnern, Behörden, Planern und Politikern im Planungs- und Umsetzungsprozess der Stadtentwicklung auf dem Deckel und in den Entwicklungsflächen.
Engagieren auch Sie sich für eine gute Zukunft für unsere Stadtteile